Buchpaket 2007

Mitte Dezember haben wir vom Arbeitskreis GleichArt der Stadtbibliothek Norden ein Bücherpaket im Wert von über 500,-Euro überreicht. Dieses wurde als Projekt über das SFN (SchwulenForumNiedersachsen) zur Hälfte aus Mitteln des Landes Niedersachsen und zur anderen Hälfte aus Eigenmitteln finanziert. Anwesend war eine Vertreterin der Stadtbibliothek, die Bürgermeisterin der Stadt Norden, zwei Vertreter der örtlichen Presse sowie zwei Vertreter unseres Arbeitskreises.

Der Ostfriesische Kurier berichtete in seiner Ausgabe vom 31.12.2007 über die Buchspende und stellte uns den folgenden Artikel zu Verfügung:

Homosexualität soll kein Tabu mehr sein

Gleichart Arbeitskreis übergibt Norder Bibliothek Bücher zum Thema „Gleichgeschlechtliche Liebe"

Achtköpfiger Kreis will, dass die homosexuelle Lebensart in der Öffentlichkeit als selbstverständlich gilt.

Foto von  der BücherübergabeNorden/AY „Jeder sollte zu seiner sexuellen Orientierung stehen und sich nicht verstecken", das will der Arbeitskreis GleichArt in Norden aussagen. Einen ersten Schritt in diese Richtung haben die Mitglieder jetzt öffentlich getan, indem sie drei Fächer eines Regals in der Norder Stadtbibliothek mit Büchern zum Thema Homosexualität gefüllt haben. Die rund 30 Bücher sollen der Aufklärung dienen und Informationen zu dem Thema liefern.

Für viele ein Tabuthema



„Homosexualität ist vorhanden, auch hier in Norden, und das sollte in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Sie wird von außen oft negativ betrachtet, aber es nützt nichts, sich aufgrund seiner Sexualität zu verstecken. Wir sollten nicht vergessen, dass kein Mensch sich seine sexuelle Orientierung aussucht", unterstrich Bürgermeisterin Barbara Schlag. Gerade für Jugendliche sei es oft schwierig, sich zur Homosexualität zu bekennen, da sie sich noch in einer Selbstfindungsphase befänden. In solch einer Situation einen Menschen zu haben, mit dem man sprechen könne, sei äußerst wichtig.

„Es ist ein Thema, über das nicht gern geredet wird, es ist für viele nicht sichtbar. Wir haben uns deshalb an die Stadtbibliothek gewandt und gefragt, ob wir das Bücherangebot hierzu erweitern können und sind auf offene Ohren gestoßen. Die Bibliothek ist ein öffentliches Haus, zu dem jeder Zutritt hat. So ist offiziell die Möglichkeit geboten, sich über das Thema zu informieren. Wir halten diesen Weg für einen besseren als den, beispielsweise heimlich im Internet darüber nach Wissenswertem zu suchen", begründet Timo Rabenstein vom Arbeitskreis das Interesse des Kreises, die Bücher auszustellen. Die finanziellen Mittel für die Anschaffung der Exemplare wurden von dem Kreis und dem Land Niedersachsen übernommen.

„Wir sind alle gleich"
Mit dem Namen „GleichArt" will der Arbeitskreis aussagen, dass Menschen, die sich von Gleichgeschlechtlichen angezogen fühlen, nicht anders, sondern genau so wie alle anderen Menschen sind, die sich in eine heterosexuelle Richtung orientieren – eben von der gleichen Art.

„Im ländlichen Raum, zu dem auch Norden gehört, wird die Homosexualität anders gehandhabt als in größeren Städten. Es ist schwierig, wenn Jugendliche Informationen zum Thema suchen. In Hamburg oder Köln beispielsweise gilt es nicht mehr als Tabu, schwul, lesbisch oder bisexuell zu sein und sich dazu zu bekennen. In Oldenburg und Bremen gibt es auch schon ähnliche Arbeitskreise, die Unterstützung und Verständnis für die Menschen haben – dort, wo sie im privaten Umfeld aus unterschiedlichen Gründen keine vorfinden, sagte Rabenstein bei einer Pressekonferenz.

Der Arbeitskreis mit Sitz in Norden wurde in diesem Jahr über das Schwulen Forum Niedersachsen (SFN) gegründet. Das Forum arbeitet eng zusammen mit dem niedersächsischen Sozialministerium. Gemeinsam wird das Ziel angestrebt, die Diskriminierung von schwulen und lesbischen Menschen abzubauen.Die Bücher im Bücherregal

Treffpunkt geplant

GleichArt hat noch viele Ziele vor sich, wie Rainer Fischer verriet. Das aktuellste ist die geplante Einrichtung eines Treffpunktes für homosexuelle Jugendliche in Norden. Viele Jugendliche hätten das Problem, sich ihren Eltern oder Freunden anzuvertrauen und offen mit ihnen über ihre Wünsche zu sprechen, erläutert Fischer.

Das sogenannte „GleichArt Café" soll für die Jugendlichen und auch Erwachsenen eine Anlaufstelle sein. In dem Café treffen sie auf Menschen, mit denen sie offen sprechen können. Menschen, die sie verstehen, weil sie dasselbe empfinden. Durch das Café würden die Betroffenen merken, dass sie nicht allein seien mit ihrem Empfinden und dass es in ihrer eigenen Stadt Gleichgesinnte gebe, mit denen sie sich austauschen könnten.

Nach der passenden Örtlichkeit sucht der Kreis noch. Um jedoch das Projekt starten zu können, sind die acht Mitglieder dazu verpflichtet, eine Ausbildung zum Jugendgruppenleiter zu absolvieren. Diese wird voraussichtlich im Januar abgeschlossen sein. Geplant sind zwei Treffen in einem Monat, von denen eines am Wochenende und das andere an einem Wochentag sein sollte. Das sei jedoch alles noch in Verhandlung.

Magazin für Interessierte

Der Arbeitskreis verteilt das Magazin „Rosige Zeiten". Die Zeitschrift, in der unter anderem auch Termine und Veranstaltungen angekündigt werden, liegt in der Stadtbibliothek und den Touristinformationszentren in Norden-Norddeich aus und ist daher für alle Interessenten einsehbar.

   
© GleichArt Café